Saba will die Niederländischen Antillen verlassen
CK/VK/NRC. 1. September 2009. Saba will mit sofortiger Wirkung die Niederländischen Antillen verlassen. Dies gab der Rat der kleinsten Insel des niederländischen Überseegebiets heute in einem Schreiben an Ministerpräsident Balkenende bekannt.
Die niederländischen Antillen gehören als ehemalige Kolonie zum Niederländischen Königreich, besitzen jedoch vollständige Autonomie in internen Angelegenheiten. Neben Saba gehören die Inseln Curaçao, Sint Maarten, Bonaire und Sint Eustatius dem Verband an. Aruba verließ bereits 1986 die Verwaltungseinheit und erhielt einen 'Status aparte'.
Bereits seit 2005 wird über die staatliche Neustrukturierung der Karibikinseln verhandelt, aufgrund von zahlreichen Problemen vor Ort kam es jedoch immer wieder zu Verzögerungen. Ziel der jüngsten Verhandlungen war es, die Niederländischen Antillen im Jahr 2010 aufzulösen. Saba sollte gemeinsam mit Bonaire und Sint Eustatius als 'bijzondere gemeente' (Gemeinde mit Sonderstatus) in das Königreich eingegliedert werden und Curaçao und Sint Maarten nach dem Vorbild Arubas einen weitgehend autonomen Status erhalten. Auslöser für den Wunsch Sabas vorzeitig aus dem Verband auszutreten war die Ankündigung der antillianischen Regierungschefin Emily de Jongh-Elhage, noch im Januar 2010 Neuwahlen für das antillianische Parlament stattfinden zu lassen. Saba befürchtet dadurch weitere Verzögerungen im Neustrukturierungsprozess: "Als wir das hörten, wurde uns bewusst, dass sich die antillianische Regierung niemals selbst auflösen wird. Oder das dies zumindest noch sehr lange dauern wird. Darauf wollen wir nicht warten", so der Saba-Abgeordnete Chris Johnson. Er sieht die Antillen als einen "immer schwerer wiegenden Klotz am Bein." Saba will nach dem Austritt keine Steuern mehr an die Antillen zahlen und alle antillianischen Flaggen von den Regierungegebäuden nehmen lassen. Ziel der Insel ist es, so schnell wie möglich eine direkte Bindung mit den Niederlanden einzugehen. Bereits 2004 hatten sich 86 Prozent der Inselbewohner in einem Referendum dafür ausgesprochen. Mehr Informationen

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